| Kleines Senf-Lexikon |
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Senf - die kleine Verdauungshilfe Senf ist ein unscheinbar blühendes Wildkraut, das im Mittelmeer beheimatet ist. Dort wird es schon seit der Antike angebaut. Botanisch ist Senf ein Kreuzblütler und mit Raps, Rettich und Kresse verwand. Die ersten, die ihre Speisen mit Senf würzten, waren wohl die Griechen. Bereits im 4. Jahrhundert vor Chr. wird in ihren Berichten Senf erwähnt. Im 8. Jahrhundert gelangte Senf schließlich nach Mitteleuropa und im 13. Jahrhundert erhielt die französische Stadt Dijon das Monopol zur Senfherstellung. Auch heute noch gilt der Senf aus Dijon als besondere Spezialität. Im Mittelalter war Senf vor allem als Würzmittel für gepökeltes Fleisch beliebt, aber auch damals war schon bekannt, dass Senf die Verdauung unterstützt. Verantwortlich für die verdauungsfördernde Wirkung des Senfes sind die ätherischen Öle. Diese regen nämlich den Speichelfluss und die Magensaftproduktion an. Darüber hinaus wird vermutet, dass die im Senf enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe im Darmtrakt antimikrobielle und krebsvorbeugende Wirkungen haben.
Senfarten
Herstellung und Sorten Zuerst wird die Senfsaat gesäubert, geschrotet, entfettet und vermahlen, dann werden Wasser, Essig, Salz, Zucker und Gewürze hinzugegeben. Nun schließt sich der Vorgang der Fermentation an, der nur einige Stunden dauert. Ähnlich wie bei der Bierherstellung entsteht so eine Maische. Dadurch erhält der Senf seine cremige Konsistenz und wird etwas dunkler. Geschmack und Würze der einzelnen Senfsorten hängen entscheidend von den jeweiligen Samen und den zugegebenen Würzmitteln ab. Früher wurde die Senfsaat häufig mit Traubenmost angesetzt. Aus dieser Zeit stammt auch die Bezeichnung Mostrich. Diese Herstellungsweise wird auch heute noch bei einigen Senfarten angewendet. So wird z.B. Dijon-Senf wird mit dem Saft unreifer Weintrauben, Weißwein oder Weißweinessig oder aus einer Mischung daraus hergestellt.
Behandeln Sie ihren Senf richtig!
Wird er zu warm gelagert, erfolgt dies sogar noch schneller. Achten sie daher darauf, Senf nach dem Öffnen möglichst kühl zu lagern. Da das Produkt so wärmeempfindlich ist, schmecken Gerichte die mit Senf zubereitet werden (z.B. Rouladen) nach dem Erhitzen oft sehr viel milder. |
Macht Senf Dumm? Auch heute geistert noch immer das Gerücht umher, dass Senf dumm macht. Der Grund dafür könnten cyanogene Senföle sein, die man dem Namen nach im Senf vermuten könnte. Cyanogene Senföle führen, im Übermaß verzehrt, tatsächlich zu Schwachsinnigkeit, sie kommen aber vorwiegend in Bittermandeln und Bambussprösslingen, nicht aber im Senf vor. Senf ist also besser als sein Ruf. Davon soll hier berichtet werden. 
Senf verliert, nachdem er angebrochen wurde, sehr schnell seine Schärfe. 
