| Senf, der begnadete Nebendarsteller |
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Für die Werbung wäre es ideal, sagen zu können, dass Senf mich schon seit meiner Geburt begleitet. Nur ist das nicht wahr: Ich bin erst im Laufe meiner Karriere übers gute Essen zum Senf gekommen. Natürlich esse ich gern gut, noch viel lieber koche ich. Dort, wo ich herkomme - Defereggental - habe ich die Ausbildung zum Koch gemacht. Später habe ich dann die Spitzenrestaurants dieser Welt kennengelernt - hinterm Herd. Meine Stationen: Das Hilton Mainz, das Klosterbräu in Seefeld, dann mit 21 Küchenchef im Trofana Ischgl, später das Sonesta Beach auf Bermuda und schließlich fünf Jahre im Sydney Hilton in Australien. Dann führte mich meine kulinarische Reise in die Karibik, nach St.Lucia, und schließlich nach Russland. Die Erfahrungen in aller Welt lehrten mich eine ganz einfache Wahrheit: den wirklichen Unterschied beim Essen machen die feinen Details. Deshalb widme ich mich jetzt mit Leidenschaft der Senf-Herstellung, Senf ist nicht das Hauptgericht, aber jene Zugabe, die aus einem guten Essen eine wahre Gaumenfreude machen kann. Dahinter steckt Präzisionarbeit. Eine neue Senfsorte benötigt eine Entwicklungsarbeit von rund drei Monaten. Schließlich ist gerade beim Senf der Kreativität fast keine Schranke gesetzt. Der Deferegger Senf wird vier Wochen KALT eingemaischt ( ethärische Öle und Wirkstoffe entfalten sich optimal) und danach gehts mit Kräutern, Früchten und Gewürzen - die natürlich streng geheim zusammengesetzt sind - an die wahre Vollendung. Erst die richtige Mischung der verschiedenen Senfsaaten, die Dosierung und das Verhältnis der einzelnen Gewürze zueinander ergeben das Besondere. Wobei man nie vergessen darf: Der Senf spielt eine dienenden Rolle. Er ist nicht der Hauptdarsteller im Theater des Essens, sondern er versucht die Tugenden der Hauptspeise bestmöglich zur Geltung zu bringen. Hirsch oder Gamswurst verlangen anderes als Forelle und Lachs - aber die Vielseitigkeit des Senfs erlaubt ihm, überall einen Beitrag zum Wohlgenuss zu leisten Meine neueste Kreation, der Orangen-Kürbis-Senf, könnte sogar zu Vanille-Eis hervorragend schmecken. Im übrigen noch ein Wort zu den Details: Am Anfang ist das Wasser! Grundvoraussetzung einen hervorragenden Senf herzustellen ist kristallklares Gebirgswasser, fast kalkfrei mit hohem Eisengehalt. Nirgends ist das Wasser idealer als im Defereggental, auch deshalb bin ich von meinen langen kulinarischen Reisen wieder an meine Wurzeln zurückgekehrt. |


